Warum es die Osterglocke gibt

 

Vor vielen tausend Jahren, als Gott Vater die Erde erschuf, dachte er auch an die vier Jahreszeiten. „Im Frühjahr soll die Natur erwachen“, dachte er bei sich. „Gräser und Pflanzen werden neu erblühen. Vögel ihre Nester bauen und dieTiere ihre Jungen zur Welt bringen.

Den Sommer möge die Natur in Freude und Pracht erleben und die schöne Zeit genießen.

Dem Herbst verleihe ich besonders viel Farbe, damit der Abschied vom Sommer nicht so schwer fällt. Die Früchte, die im Sommer reifen, sollen im Herbst geerntet werden und als Nahrung für den Winter dienen. Tiere und Menschen werden sich Vorräte anlegen um die kalte Jahreszeit des Winters zu überbrücken, in der alles Leben zur Ruhe kommen soll.“

Nun wollte Gott sehen, ob alles seine Ordnung hatte und das Jahr so ablief wie er es sich dachte. Wieder einmal streifte er durch den Garten Eden. Da – was war das? Ein leises, zartes läuten durchzog die Luft. Gott ging dem Klang nach und wollte sehen, wer diesen lieblichen Ton hervor brachte. Er musste erst sehr nahe heran gehen um das kleine unscheinbare Pflänzlein zu entdecken. „Du läutest so schön und doch sieht man dich kaum“, sprach er das Blümlein an. „Das kommt, weil ich keine Farbe habe“, entgegnete das Blümlein mit seiner zarten Stimme. „Da habe ich wohl etwas Wichtiges vergessen! So eine schöne Stimme muss auch eine schöne Farbe haben. Es ist Frühling, die Sonne lacht nur so vom Himmel. Du sollst die Farbe der Sonne haben, sie soll dich mit ihren Strahlen bemalen. Weil morgen Ostern ist, will ich dich Osterglocke nennen“, bestimmte Gott Vater.  Glücklich strahle die Osterglocke und läutet seit dem jedes Jahr zur Frühlingszeit das Osterfest ein.

© ChT