Blind und taub

 

Blind und taub für fremde Sorgen,

so ist unsre Zeit geworden,

denken wir doch mal daran,

dass es uns auch treffen kann.

 

Heute bist du froh und munter,

freust dich auf den nächsten Tag

doch am Morgen, wie ein Blitzschlag,

gibt’s was, dass dir Sorgen macht.

 

Grade kamst du von nem Arzte,

lächeln kannst du nun nicht mehr,

denn die Aussicht die er stellte,

quält dich jetzt und nagt gar sehr.

 

Dringend brauchst du gute Freunde,

die den Weg nun mit dir gehn.

Die dir helfen, die dich stützen,

doch du kannst kaum einen sehn.

 

Wo sind sie denn nur geblieben,

die einst feierten mit dir.

Jetzt wo du die Hilfe bräuchtest

hält kaum einer mehr zu dir.

 

Ja, sie wollen Frohsinn, Lachen.

Trübsinn, Trauer schreckt sie ab.

Sehn sich um nach neuen Ufern,

heiter gehn sie durch den Tag.

© ChT