Das alte Haus

 

Verfallne, alte Häuserfronten

sehn uns mit großen Augen an.

Möchten uns so viel berichten,

was erlebten sie so lang.

 

„Damals noch“, hörst du sie wispern,

„prächtig waren wir und schön.

Kinder spielten hier Verstecken,

es ist, als könnten wir´s noch sehn.

 

Später dann, der Krieg, die Bomben,

löchrig wurden wir so dann.

Andre fielen gar zusammen,

stolz standen wir unser`n Mann.

 

Heute neue Häuser wachsen,

wieder sind sie jung und schön.

Uns will keiner mehr sanieren,

darum müssen wir wohl geh´n.“

 

Traurig blicken ihre Augen,

sehn sich um ein letztes Mal.

Bis sie kommt die Eisenhand,

ja so kommen sie zu Fall.

 

„Kommt betrachtet uns noch einmal,

wir erzählen ja so gern,

von den Welten die vergangen,

von der Zeit die liegt so fern.“

© ChT