Der Baum


Es steht ein Baum am Waldesrand
und träumt von alten Tagen,
als einst die Luft noch rein und klar
und er noch jung an Jahren.

Manch Wandrer zog an ihm vorbei,
hier fand er Ruh und Rast.
Die Zeit lief noch im leichten Schritt,
und nicht in Eil und Hast.

Schon lange zieht Motorgestank,
durch seine zarten Zweige,
er ächzt und stöhnt und macht sich nun,
bereit zur letzten Reise.

Wir haben die Natur zerstört,
die Gott uns einst geschenkt.

 

*****

Mein Freund der Baum

 

Wenn ich durch alte Wälder streife,
bleibe ich voll Ehrfurcht stehn.
Die Gedanken ziehn ins Weite,
was hast du wohl schon gesehn?

Schon vor vielen hundert Jahren
wurdest du hier hin gestellt,
wie sehr hat sich doch verändert,
in der Zeit die ganze Welt.

Bereits schon unsre Ahnen,
sie ruhten einst bei dir.
Seit jeher zieht es Menschen,
doch immer wieder her.

Aus deinem Blätterdache,
rauscht es auch heut mir zu,
halt Rast du müder Wandrer,
hier findest Ruhe du.

Die Vögelein sie bauen
in deinem Schutz ihr Nest,
ich lausche ihrer Melodie
welch schönes Frühlingsfest.

Es zieht mich immer wieder
zu dir mein alter Baum.
Hier kann ich wahrhaft glücklich sein,
erleben manchen Traum.

© ChT