Pit und Paula bei den Waldtieren

 

„Heute musst du mal zu Hause bleiben“, versuchte Pit seinen kleinen, vierbeinigen Kameraden, Floxs zu beruhigen. Er war es schließlich gewöhnt mit den beiden Kindern im Wald herum zu   strolchen. Der Frühling hatte seinen Einzug gehalten. Überall sah man  die ersten Veilchen und Anemonen blühen. Es gab kaum einen  Tag an dem die Kinder ohne Sträußchen für die Mutti nach Hause gekommen wären. Wie schön war es doch wenn der Frühling im Wald erwachte. Heute jedoch wollten Beide mal nach Familie Lampe schauen Pit und Paula hatten ein besonders gutes Verhältnis zu den Tieren des Waldes. Sie waren mit ihnen aufgewachsen und kannten ihre Gewohnheiten sehr genau. Pit war es aufgefallen, dass Frau Lampe in den letzten Tagen nicht zu sehen war. Im Frühling wurden viele Jungtiere geboren Da mussten die Kinder ihre kleinen Freunde zuerst begrüßen. „Hör mal“, machte Paula ihren Bruder auf einen Specht aufmerksam, der dabei war sein Haus neu einzurichten. „Ja bald wird unser Specht seine Eier legen um die Kleinen aus zu brüten“, gab Pit zur Antwort. „Und hier der kleine Marienkäfer, ich möchte ihn auf meiner Hand krabbeln lassen“, rief Paula freudig aus. „Lass ihn nach oben zu Fingerspitze krabbeln, dann wird er startet und los fliegen“, stimmte Pit dem Vorschlag seiner kleinen Schwester zu. Beide beobachteten wie „Pünktchen“ an Paulas Finger entlang krabbelte und oben angelangt, ins Weite flog. „Er freut sich auch so sehr über jeder warmen Sonnenstrahl, genau wie der lustige Vogel dort. Er hat sich direkt auf den Ast in die Sonne gesetzt, sieh mal.“

Stets ein  offenes Auge für die Schönheiten der Natur gingen die Kinder weiter. Pit entdeckte eine Schnecke die langsam ihres Weges zog. Beide blieben einen Moment stehen um sie zu betrachten. Leise, musste man sich im Wald verhalten, wenn man Freude an den Tieren haben wollte um sie in Ruhe zu beobachten, dass wussten sie ganz genau. Oft waren sie mit ihrem Vater durch den Wald gestreift und er hatte ihnen Pflanzen und Tiere erklärt. Gerne lauschten sie den lehrreichen Geschichten. „Sieh mal Pit“, flüsterte Paula und zeigte auf einen Igel der wohl auch schon seinen Winterschlaf beendet hatte. Borstel streifte durch den Wald um sich eine Igelin zu suchen. Ganz vorsichtig näherten sie sich der Schonung.

Am Rande der Schonung, wo das Gras etwas höher stand, hatte Frau Lampe ihre Wohnung. Dort hatte sie sich für ihre Kleinen ein kuscheliges Nest gebaut. Hier waren sie vor Wanderern gut geschützt. Nur wer sich genau im Walde auskannte, fand die Hasenfamilie. Pit und Paula mussten schon eine Weile geduldig warten, bis sich ein kleines Kaninchenohr sehen ließ. Nun waren sie ganz aus dem Häuschen vor Freude. Es war doch zu niedlich, wie die Kleinen Purzelbäume schlugen und sich miteinander balgten. Morgen kommen wir wieder, nahmen sie sich vor als sie den Heimweg antraten.

Am Wegrand entdeckten sie noch ein  Vogelpärchen, das auf dem Nestrand saß. „Hörst du den schönen Gesang“, glücklich lächelte Paula ihren Bruder an. „Ja und  sieh dort hinten, oben im Baum hat ein Taubenpaar sein Nest.“ Weiter gingen die Kinder. „Paula wollen wir auch noch beim Waldsee vorbei schauen“, schlug Pit vor. „Gerne! Mal sehen was es dort so alles zu entdecken gibt. Schade, dass wir heute kein Futter für die Enten mitgenommen haben.“ „Wir können ja morgen noch einmal hingehen. Schau, da sehe ich den See schon durch die Bäume blinken.“ Nun sahen sie das erste Entenpaar, wie sie gemeinsam nach einem Nistplatz für ihre Eier suchten. Paula hörte schon von weitem ein ihr bekanntes „Quaak, quaak“ ertönen und wenig weiter entdeckten sie den Meister dieses Konzertes.   Nachdem sie am See noch eine Weile gestanden hatten um sich  seiner Bewohner zu erfreuen, machten sie sich auf den Rückweg. Noch lange unterhielten sie sich über das was sie soeben gesehen hatten.

Am Waldrand wurden sie von einem Dompfaff verabschiedet: „Kommt bald wieder“ flötete er ihnen zu. Jedenfalls verstanden die Zwei sein Lied so.

Zu Hause angekommen begrüßte sie ihr Hahn mit einem lauten „Kikeriki“. Dadurch   wurden  daran erinnert, dass auch bei ihnen zu Hause bald Tierkinder zu erwarten sind. Schon lange saß ihre „Braune“ auf den Eiern aus denen in den nächsten Tagen kleine Küken schlüpfen würden und sie durften sie betreuen. Jedes Jahr im Frühling freuten sich Pit und Paula sehr auf diese Tage mit den Kleinen. „Dort im Garten der erste Schmetterling! Überall gibt es etwas zu entdecken, wenn man nur hinschaut“,  dachten die Kinder bei sich.