Käfer Kribbelkrabbel entdeckt den Frühling

 

Rau blies der Wind, die letzten verdorrten Blätter vor sich her jagend. Gerade war der Schnee dabei den ersten Sonnestrahlen zuweichen. Bisher hatte er die Blätter zugedeckt. Dem Wind machte es viel Freude die Blätter zum Tanze aufzufordern. Damit verlor auch Kribbelkrabbel, unser kleiner Marienkäfer, sein Quartier. Bisher hatten die Blätter ihn zugedeckt. Er reckte und streckte sich um seine steifen Glieder wieder in Gang zu bringen. Nach dem langen Wintersschlaf waren ein paar Übungen von Nöten. „Strecken, recken, eins, zwei drei, Kribbelkrabbel ist wieder frei“, sagte er immer vor sich hin und streckte und reckte seine 6 Beinchen so gut er konnte. Mit dem Fliegen wollte es noch nicht so recht klappen, aber zuerst konnte man es ja mit krabbeln versuchen meinte unser Käferlein. Unter einem Frosizienstrauch begegnete ihm eine Raupe, die wie er den ersten Spaziergang unternehmen wollte.  „Guten Morgen Frau Raupe, sie haben sich aber heute fein heraus geputzt“ begrüßte der kleine Käfer seine Nachbarin. „Ebenfalls einen schönen guten morgen, ist es nicht herrlich, nach der langen Winterzeit die erste warme Luft zu atmen?“ „Ich wurde eben unsanft geweckt, indem mein Bett davonflog. So schön fand ich das nun auch wieder nicht“, antwortete Kribbelkrabbel. „Man muss, das Beste daraus machen und sich auf den Sommer freuen. Im Sommer bin ich ein  Schmetterling.“ „Ja du wirst bestimmt ein sehr schöner Schmetterling, ich dagegen werde immer ein Käfer bleiben. Wie oft habe ich euch beneidet, wenn ihr so leicht durch die Lüfte gleitet, wenn ich auch fliegen kann, so graziös wie ihr bin ich nicht.“ Wieder versuchte der kleine Käfer seine Flügel zu heben und siehe da, es ging. Bei seinem Flug über die Hecke begegnete ihm das erste Bienchen, zwei volle Honigeimer  hatte es im Gepäck. „So fleißig schon Frau Biene? Wo gibt es denn um die Jahreszeit schon Honig?“ „Bei den Weiden, die Kätzchen fangen an aufzublühen und wir Bienen müssen immer sammeln, sammeln“, antwortete Frau Biene und flog ihrem Bienenstock zu. „Es ist wirklich ein schöner, Tag“, dachte Kribbelkrabbel. „Die anderen waren alle schon vor mir wach, wusste gar nicht, dass ich so ein Langschläfer bin.“

Noch einige Runden drehte Kribbelkrabbel bevor er sich ein neues Quartier auf einer Birke suchte. Glücklich träumend legte er sich zur Ruhe und freute sich nun, dass der lange Winter vorbei war. (c) ChT