Das besondere Osterei

 

„Hatschi“, tönte es durch die Wiese im Morgengrauen. Oh, wer hatte sich denn da solch einen schlimmen Schnupfen geholt? „Hatschi.“ 

„Hallo, Hopps, das bist du ja! Wo hast  du dich denn so erkältet“, erkundigte teilnehmend Frau Amsel, die gerade ihren Morgenflug unternahm und vor Freude ein Lied trällerte. „Danke, der Nachfrage“, antwortete Hopps, „gestern beim Ostereier färben, hatten wir so viel zu tun, dass ich sehr geschwitzt war und weil ich es so eilig hatte ins Hasendorf zu kommen, rutschte ich aus, als ich über einen Bach sprang. Dabei fiel ich hinein. Der kalte Aprilwind verhalf mir dann zu diesem Schnupfen.“ „Dann wünsche ich dir gute Besserung, heute ist ja euer großer Tag und du hast gewiss viel Arbeit.“ „Oh ja ich muss noch weit zum Stadtrand, dort warten drei kleine Kinder auf mich. Sieh nur wie schwer mein Korb ist.“

„Hopps, was hast du denn in deinem Korb? Sag mir mal warum ihr eure Eier gefärbt habt“, gluckste vor Lachen die Amsel. Hopps, der den Korb auf einen Handwagen geladen hatte, drehte sich nun um. Er wollte sehen worüber die Amsel so lachte. Immerhin hatte er gestern ohne Ende all die vielen Eier gefärbt. Als er jedoch in seinen Korb sah, schlug er die Pfoten über dem Kopf zusammen. „Du liebe Zeit, das hat mir noch gefehlt“, stöhnte er. „Na ja so schlimm ist es ja nun auch wieder nicht“, meinte die Amsel nun tröstend. „Aber was soll ich denn mit den Küken anfangen, die Kinder warten auf Ostereier und nicht auf Küken“, gab Hopps traurig zu bedenken. „Woher weißt du denn das? Vielleicht freuen sie sich über solch ein niedliches, kleines  Küken viel mehr“, gab die die Amsel zu bedenken. „Meinst du wirklich? Sollte ich die Küken statt der Eier  verstecken?“ „Natürlich! Ich denke die Kinder freuen sich noch mehr über die Küken als über die Eier! Aber jetzt muss ich weiter, einen schönen Tag wünsche ich Dir noch“, verabschiedete sich die Amsel.

Hopps hatte noch einen weiten Weg zurückzulegen bis er an seinem Ziel ankam. Die Küken machten es ihm nicht gerade leicht. Ständig versuchten sie zu entkommen und er musste sie wieder einfangen. Oh wie war er froh, als er endlich das kleine Haus am Waldrand erreicht hatte. Vorsichtig packte Hopps seine Eier und Küken aus und versteckte sie hinter einer Hecke.  Ein Ei, das er besonders schön fand, versteckte er zwischen Blumen. Dann betrachtete er sein Werk noch einmal  und setzte sich hinter den nächsten Baum um alles zu beobachten. Schon wieder wollten sich die Kleinen selbstständig machen. Sie liefen fröhlich hin und her und Hopps hoffte sehr, dass nun bald ein Kind kommen würde um sie einzufangen. In dem Moment ging die Tür des Hauses auf und die Kinder stürmten hinaus. Jeder wollte der Erste sein und schon rief die kleine Lotte: „Ich hab ein Nest gefunden.“ Sie  jubelte vor Freude. Besonders als sie die Küken sah, konnte  sie sich vor Wonne gar nicht fassen. Auch ihre Geschwister kamen herbei gestürmt. „Ist das ein tolles Osterfest, mit lebenden Küken“, rief Paul ganz begeistert aus. Susi wollte gerade ein besonders schönes Ei aufheben, als es knackte und auch aus diesem Ei  ein Küken heraus guckte. Das war das schönste Osterfest, das die Kinder je erlebt hatten. Als die Eltern am Nachmittag mit ihnen einen Osterspaziergang machen wollten, waren die Kinder nicht aus dem Haus zu kriegen. „So ein ruhiges Osterfest gab es noch nie“, meinten abends die Eltern. Die Kinder kümmerten sich den ganzen Tag nicht um ihre Hühnchen. Sie hatten sehr viel Freude an den Küken und weil sie sich immer um ihre Kleinen kümmerten, wurde sie auch sehr zahm und ließen sich streicheln. Paul, Susi und Lotte hatten immer frische Eier auf dem Frühstückstisch. Mit ihren Hühnchen verband sie eine innige Freundschaft. Hopps beobachtete dies des Öfteren vom Waldrand aus und freute sich über die gelungene Osterüberraschung.(c) ChT