Frühling im Märchenwald

   

 

Wieder einmal neigte sich der Winter seinem Ende zu. Dieses Mal wollte er sich aber noch gar nicht  so recht verabschieden. Deshalb war auch Vater Hase unterwegs, um sich im Walde etwas genauer umzusehen. Da der Tag sich schon zum Abend neigte, wagte sich Hoppel etwas weiter vor. Als er den Waldrand erreichte, sah er dort einen großen weißen Mann stehen. Etwas ängstlich beäugt ihn Hoppel, noch nie in seinem Leben war er einem Schneemann begegnet. Da rief auch schon ein frecher Spatz: „Nun mal keine Angst Hoppel, das ist doch nur ein Schneemann.“ „Ein Schneemann, was ist das“, wundert sich Vater Lampe.

„Ich bin total aus Schnee und tue keinem etwas“, antwortet da auch schon der Schneemann. „Ganz aus Schnee??“, staunte Hoppel, „Oh weh! Da sieht es ja diesmal schlecht aus mit dem Osterfest“, beginnt Vater Hase zu jammern. „Was ist Ostern? Erzähle mir davon“, bittet der Schneemann. Gerne lässt sich Hoppel auffordern und erzählt. „Zu Ostern, werden von uns Hasen, Eier bemalt und versteckt. Das ist eine sehr wichtige Aufgabe, da sich alle Kinder schon seit dem Weihnachtsfest auf Ostern freuen. Die Bäume treiben die ersten Knospen. Auf der Wiese wächst das erste Grün und Frühlingsblumen erfreuen jedes Herz. Diese erste warme Zeit nach dem langen Winter lässt die Menschen aufatmen und dann kommen wir, die Osterhasen, und erfreuen die Kinder mit den bunten Ostereiern.“  „Das muss sehr schön sein, schade, das ich es nie erleben kann“, bedauert der Schneemann. „Ja, da hast du Recht, das ist schade, aber wenn Schnee liegt können keine Blumen wachsen, wir haben keine Farben für unsere Eier und können die Eier nicht bemalen.“ „Das ist allerdings schlimm“, stimmt der Schneemann zu.

Als beide so traurig dastehen und überlegen, was man denn da machen könnte, beobachtete von weitem Wupps, ein Zwerg, das Treiben. Jetzt näherte er sich den Beiden. “Ich hätte da einen Vorschlag für euch.“  Hoppel und der Schneemann sahen sich verwundert zu Wupps um, dessen Kommen sie gar nicht bemerkt hatten. „Hört einmal zu, ich habe euch einen Vorschlag zu machen. Bei uns im Zwergenland können wir euch helfen. Für den Schneemann wüste ich eine tiefe Höhle, dort wo wir immer nach Erz graben. Dort ist es sehr kalt, und du kannst nicht so einfach tauen. Du könntest also einmal Ostern miterleben. Und du, wandte er sich jetzt an Hoppel, für dich haben wir vom letzten Jahr noch Farben. Damit könnt ihr Hasen in diesem Jahr die Ostereier bemalen und Ostern braucht nicht auszufallen.“ „Du bist Spitze!!“, jubelten die Beiden. Gleich machen wir uns auf den Weg beschlossen sie.

Wupps ging voraus und leuchtete ihnen auf dem Weg.   Noch eine ganze Weile stapften sie durch hohen Schnee, bis sie das Zwergenland erreichten. Wupps erzählte den anderen Zwergen von seinem Vorschlag, der einstimmig angenommen wurde. Alle waren begeistert, das Ostern in diesem Jahr im Zwergenland vorbereitet werden sollte. Der Schneemann wachte am Eingang zum Zwergenland, denn noch brauchte er sich nicht in der Höhle zu verstecken. Die Zwerge halfen den Hasen beim  Eierbemalen. Langsam schien die Sonne etwas länger und  etwas wärmer vom Himmel. Die Eier waren bunt bemalt, nun galt es nur noch sie ins Osterhasenland zu bringen damit sie am Ostermorgen von der Hasenfamilie versteckt werden konnten. Unser Schneemann hatte sich längst in die Zwergenhöhle zurückgezogen.

Die ersten Schneeglöckchen streckten ihre Köpfchen  aus der Erde. Draußen taute der Schnee und die ersten Käfer ließen sich sehen. Unsere Hasenfamilie war fleißig beim Verstecken der  Eier. Wenn es auch noch etwas kalt war, so freuten sie sich  doch sehr, dass alles so gut gegangen war durch die Hilfe der Zwerge. Auch den Schneemann vergaßen die Hasen nicht und brachten ihm ein Körbchen mit Ostereiern in die Zwergen Höhle. Dort schlief er dann bis zum nächsten Winter.

Die Kinder jubelten wie in jedem Jahr, auch wenn der Wind noch etwas kalt blies.  

© ChT