Ostermärchen

 

„Hast du schon dein Nest gefunden?

Meins das such ich schon seit Stunden.

Heut ist Ostern, glaub es mir,

doch kein Osterhas war hier!“

 

„Komm dann suchen wir zu Zwein,

das kann doch nicht möglich sein!

Vielleicht hast du´s nicht gesehn.

Komm wir wollen suchen gehen!

 

„Paula sieh, da stimmt was nicht,

ob der Has, der kleine Wicht,

uns dies Jahr nicht hat gefunden

oder hat er Angst vor Hunden?!“

 

„Komm wir laufen hin zum Tann,

schauen uns die Sache an.

Dort soll seine Werkstatt sein,

alle wissen´s Groß und Klein.“

 

„Doch gefunden hat es keiner“,

meinte lächelnd nun der Heiner.

„Wenn wir ihn im Tann nicht finden,

suchen wir ihn bei den Linden!“

 

Beide laufen in den Wald,

plötzlich ruft der Heiner: „Halt!

Siehst du dort das Wackelohr?

Liebes Häschen komm hervor!“

 

Doch nichts rührt sich, es bleibt still –

sehen wir, was Häschen will.

„Komm wir schleichen uns heran,

sehen wo man helfen kann.“

 

„Liebe Kinder, hier die Kiepe,

voll mit Ostereiern fein.

Helft mir schnell sie zu verstecken,

alle werden dankbar sein.“

 

Häschen was ist dir geschehen,

kannst du selber nicht mehr gehen?

Gerne wolln wir hilfreich sein,

besuchen schnell die Kinderlein!“

 

„Oh der Fuchs war hier am Ort

seht nur meine Pfote dort.

So kann ich nicht weiter gehen,

hab verletzt mir alle Zehen.

 

Bin ihm zwar noch grad entkommen,

hab auch die Kiepe mitgenommen,

doch verstecken geht nicht mehr,

 darum muss jetzt Hilfe her.“

 

„Armes Häschen wart nur hier,

bald sind wieder wir bei dir!

Nehmen dich dann mit nasch Haus

dort gibt’s einen Hasenschmaus.

 

Grüne Blätter und viel Kohl!

Sieh dann fühlst du dich bald wohl.

Auch dein Pfötchen wird verbunden,

das du dir so arg geschunden.

 

Abends dann im Mondenschein

sitzen sie noch lang zu drein.

Häschen geht es wieder gut

und er fast auch wieder Mut.

 

„Nächstes Jahr, zu Ostern dann

zeig ich was ein Hase kann,

bring euch bunte Eierlein

daran sollt ihr euch erfreun.“

© ChT