Obdachlos

 

Auch dich hat eine Mutter einst geboren,

hielt dich in den Armen stille vor Glück.

Gab dir ihre Liebe und zu essen,

führte dich durchs Leben Stück für Stück.

 

Doch schon bald warst du mit ihr alleine,

sie gab alles für dich, wollt stets bei dir sein.

Lehrte dich das gehen und begreifen,

denkst du noch zurück an diese Zeiten?

 

Dann kam´s wies nicht hätte kommen müssen,

falsche Freunde zeigten dir den Weg.

Abwärts ging’s, du konntest es  nicht fassen,

so geschwind wies niemals aufwärts geht.

 

Deine Mutter hattest du seit Jahren,

nicht gesehen – es brach ihr das Herz.

Warst gegangen ohne einen Abschied,

ja noch heute trägt sie ihren Schmerz.

 

Nun liegst du an einer Straßenecke,

das Vertraun zu den Menschen ist dahin.

Du hast dich und alles aufgegeben,

siehst in deinem Leben keinen Sinn.

 

Dir ist es egal was andre sagen,

denn es fehlt die ausgestreckte Hand.

Die dir hoch hilft und die dich geleitet,

in ein menschenwürd´ges Land.

© ChT