Märchentreff

 

Im Kindergarten waren die Fenster frisch geputzt und neugeschmückt worden. Die Sonne konnte mit ihren ersten Frühlingsstrahlen wieder hindurch sehen und sich am Spiel der Kinder erfreuen. Märchenbilder schmückten nun die Fenster und Gaby erzählte den Kindern täglich eine neue Geschichte. Schon wenn Paula morgens den Kopf zur Tür herein steckte rief sie: „Was hören wir heute?“  Mit Begeisterung waren die Kleinen bei der Sache. Durch die schönen Bilder an ihren Fenstern konnten sie sich die Geschichten immer aufs Neue ins Gedächtnis rufen. Das machte allen viel Freude.

Eines Nachts, der Vollmond schaute  gerade auf die Erde herab, ob alle Kinder auch in ihren Betten lägen, wurden die Märchenfiguren im Kindergarten munter. Ihr wisst, die Vollmondnacht ist eine Nacht die Wünsche und Träume wahr werden lässt. So war es auch im Kindergarten. Rotkäppchen erhob sich aus dem Bett der Großmutter und ging zu Hänsel und Gretel um mit ihnen zu spielen. Sterntaler wollte ihren Freunden alle Wünsche erfüllen, Dornröschen freute sich endlich nicht mehr alleine im Turm schlafen zu müssen und mit den Anderen spielen zu können. Oh war das eine lustige Nacht. „Ia, ia“, tönte es von den Bremer Stadtmusikanten, die auch dabei sein wollten.  „Wir verjagen die böse Stiefmutter beim Aschenputtel!“, nahmen sich die Stadtmusikanten vor. „Vor uns sind die Räuber davon gelaufen, wir schaffen es auch eine böse Stiefmutter zu verjagen“, rief der Esel.  „Nur gut, das mein hundertjähriger Schlaf so früh zu Ende ist“, freute sich Dornröschen.

„Wollen wir zum Froschkönig gehen und helfen die goldene Kugel zu suchen“, schlug Rotkäppchen vor.

Die kleine Meerjungfrau wollte auch beim lustigen Spiel dabei sein. „Hoffentlich hältst du es ohne Wasser aus“, überlegte Schneewittchen. „Du kannst zu mir in den Brunnen kommen“, meldete sich der Froschkönig. „Gerne“, freute sich die kleine Meerjungfrau und spielte mit dem Froschkönig haschen.

Die sieben Zwerge kamen angelaufen und bewunderten den Hirsch mit dem goldenen Geweih. „Wir haben ja viele Tiere in unserem Wald“, meinte Witbuh „aber einen Hirsch mir einem goldenen Geweih haben wir nicht.“ „Weil ihr Schneewittchen geholfen habt, will ich euch reich belohnen“, versprach der Königssohn.  „Wenn wir nur Schneewittchen ab und zu im Schloss besuchen dürfen, mehr Lohn wollen wir nicht“, gab Wurzel zu verstehen. „Ihr seid uns immer willkommen“, riefen nun auch Rotkäppchen und Hänsel mit seiner Gretel.

 Alle Märchenfiguren freuten sich einmal gemeinsam ein paar Stunden zu verbringen. „Hoffentlich bleiben wir noch lange am Fenster hängen“, überlegte Aschenputtel, dann können wir uns bei jedem Vollmond treffen.“ „Das wäre schön, das nächste mal lade ich euch zu mir aufs Schloss ein“, versprach Schneewittchen und danach kommt ihr zu mir ins Hexenhaus“, krächzte die Hexe von Hänsel und Gretel. „Oh nein, lieber nicht“, riefen Alle wie aus einem Mund. „Warum nicht, bei mir gibt es die besten Pfefferkuchen.“ „Wollen wir ihr noch eine Chance geben“, fragte Gretel die Anderen. „Warum eigentlich nicht? Schließlich gehört sie auch in die Märchenwelt“, stimmte Wurzel zu.

So wurde es gemacht und alle Märchenwesen verabredeten sich zum nächsten Vollmond. Denn nun war ihre Zeit vorbei, der Mond verschwand hinter der Wolke und ging schlafen. Ein neuer Tag konnte beginnen.(c) ChT