Die Sonnenblume

 

Soviel Sonnen auf dem Feld

Oh wie schön ist uns´re Welt

 

Wer von uns hat nicht schon mal beim Spaziergang ein Sonnenblumenfeld in voller Blüte gesehen?! Diese hochwüchsigen Blumen mit ihrer beeindruckenden Blüte üben eine besondere Faszination auf uns aus. Aber wie sind diese Sonnenkinder zu uns gekommen? Darüber denken wir nicht nach.

Es war ein besonders klarer Sommertag, der wolkenlose Himmel strahlte in hellem Sonnenlicht, Mensch und Tier dachten nur eins: „Was für ein schöner Tag!“

„Wäre es nicht schön, wenn wir die Sonne hier auf Erden hätten?“, fragte Klaus seine Mutti. „Schön wäre es schon, aber erstens ist die Sonne viel zu heiß, sie würde alles auf der Erde verbrennen, zweitens gehört die Sonne nun mal an den Himmel“, erklärte es die Mutti ihrem Jungen. Die Bitte des kleinen Klaus hörte auch Frau Sonne. „Keine schlechte Idee“, dachte sie. „Ich werde ein paar meiner Kinder für einen Tag auf die Erde senden. Sie können die Erde nicht verbrennen, weil sie noch nicht meine Leuchtkraft haben und Klaus würde sich bestimmt freuen.“ Gleich am nächsten Morgen wollte sie den Jungen überraschen. Frau Sonne hielt was sie sich vorgenommen hatte.

Klaus hatte, als er seinen  Wunsch äußerte jedoch einen Zuhörer, den keiner bemerkte, das war der böse Zauberer Rix. Schon lange störte ihn das harmonische Treiben auf der Erde. Längst sehnte er sich wieder einmal danach den Erdenbewohnern einen Streich zu spielen. 

So geschah es, dass Frau Sonne  einige ihrer Kinder am Morgen zur Erde sandte, direkt  auf die Wiese von Klaus. Welch eine Freude, als der Junge aus dem Haus kam und die Überraschung sah. Wie kleine Sonnen, standen Blumen auf der Wiese und streckten ihre Kelche der Sonne entgegen um den Kontakt zu Mutter Sonne nicht zu verlieren. Klaus sprang freudig von Blüte zu Blüte. Doch nur kurz währte die Freude, wie vom Blitz getroffen verdunkelte sich der Himmel. So verlor Mutter Sonne ihre Kleinen aus den Augen. Wie sehr sie sich auch mühte, es gelang ihr nicht, mit ihrer Leuchtkraft diese Finsternis zu durchbrechen. Als Rix sich endlich entschloss seinen Zaubermantel von der Erde zu nehmen, war es für die Sonnenkinder zu spät. Sie konnten keine Verbindung mehr zu Mutter Sonne herstellen. Nur außen hatten sie noch einen Strahlenkranz, ihre Mitte war so dunkel wie des Zauberers Mantel. So sehr sie auch ihre Köpfe der Sonne entgegen streckten, es war umsonst. Darum sind die Sonnenblumen so groß, weil sie sich immer recken und strecken in der Hoffnung wieder zu Mutter Sonne zu kommen. Ihre Kelche sind jedoch dunkel geblieben.

© ChT