Ein Tag auf der Sommerwiese

 

Strahlend lachte die Sonne vom Himmel. Die Glut ihrer Hitze ließ Mensch und Tier den Schatten suchen. Nur Libellen  und Schmetterlinge tanzten im Sonnenschein  Ganz erschöpft  kehrte eine kleine Biene  von ihrer  Arbeit heim. Einem vollen Eimer mit Nektar mit  sich schleppend. Susi spazierte den Wiesenweg entlang, sie wollte für ihre Mutti ein Sträußchen Blumen pflücken. Schon oft war sie in den Wiesen gewesen, weit waren sie ja nicht entfernt, vom Elternhaus. Heute jedoch schaffte die Hitze sie so sehr, dass sie sich niedersetzen musste. „Wenn doch nur ein wenig Schatten hier wäre“, dachte Susi. Da rief plötzlich ein zartes Stimmchen: „Susi komm zu mir, du hast bei mir auch noch Platz.“ Susi schaute sich um und sah einen wunderschönen Fliegenpilz am Wiesenrand. Dieser Pilz war eine richtige Wohnung mit Eingangstür. Dort wohnte eine Ameise. „Danke“, rief Susi und lief zu der Ameise hin. „Darf ich auch noch kommen“, kam auf einmal eine Stimme aus den Lüften und in dem Moment ließ sich auch schon eine kleine Elfe  nieder.

Susi kam sich vor wie im Traum. Was war mit ihr passiert? Sie konnte Tiere und Elfen verstehen und passte wie die Ameise unter den Fliegenpilz. Viel zum nachdenken kam sie jedoch nicht.. Frau Schnecke  kam des Weges gekrochen und stöhnte: „Diese Hitze heute, man ist  fix und fertig. Noch dazu wo ich mein Haus auf dem Rücken schleppen muss. Wie hast du es da gut, Frau Ameise.“ „Ich möchte auch nicht tauschen“, antwortete die Ameise. „Nur im Winter habt ihr es besser, Frau Schnecke, ihr könnt euch in euer Haus zurück ziehen und es verschließen und ich bin dann heimatlos und muss bei meinen Verwandten im Ameisenhaufen um Quartier bitten“. „Ja, da habt ihr Recht“, meinte die Schnecke, „es hat halt alles sein für und wieder.“

Pustend kam ein Hamster des Weges. „Auch ich habe es nicht so einfach“, meinte er „Bei der Hitze muss ich mich mit Vorräten für den Winter plagen.“ „Du sammelst aber auch immer so viel, dass es für zwei Winter reicht“, antwortete die Ameise. Von dem Lärm über ihm erwachte auch der Maulwurf, streckte seine Nase aus dem Erdloch, blinzelte einmal in die Sonne und verzog sich wieder. Diese Hitze heute war auch ihm  zu viel, er wartete lieber den Abend ab.

Von weitem hörte man die Frösche   am Teich fröhlich quacken. Susi war so glücklich, dass sie Zeit und Raum vergaß. Durch das hohe Gras kam eine zweite Blumenfee daher stolziert. „Hast du schon wieder ein Menschenkind zu Gast?“ fragte sie die Ameise. „Blue sein nicht böse, die kleine Susi war so erschöpft, dass sie dringend Hilfe brauchte. Deshalb bat ich sie zu mir und du weist, wer mein Gast ist versteht automatisch die Sprache der Tiere. Susi habe ich schon lange beobachtet, sie betrachtet jeden von uns liebvoll und würde nie einem Tier etwas zu leide tun.“ „Ist schon gut“, meinte die kleine Fee lächelnd, „ich vertraue dir.“  „Schlaf ein wenig, bis die größte Hitze vorbei ist“, meinte die Ameise zu Susi gewandt, die gerne dies Angebot annahm und auch sogleich eingeschlafen war.

Am späten Nachmittag als Susi erwachte, bedankte sie sich bei der Ameise für ihre Gastfreundschaft und machte sich sogleich auf den Weg nach Hause. Sicher würde die Mutter schon warten. Die Elfen hatten Susi einen besonders hübschen Strauß mit Wiesenblumen  bereit gestellt, den sie ihrer Mutti mitnehmen konnte.

Träumend ging Susi nach Hause. Sie nahm nicht nur den wunderschönen Blumenstrauß mit heim, sondern auch einen Traum den sie nie vergaß. Sie erzählte keinem von ihrem Erlebnis, aber soviel sie auch suchte wenn sie wieder einmal in den Wiesen war. ihre Ameise fand sie nie wieder. (c) ChT