Brummel im Wald

 

Als Brummel am nächsten Morgen die Augen aufschlug, dachte er zuerst einmal über den gestrigen Abend nach. ‚Was war da nur gewesen? ‘  Da rief es auch schon tief unter ihm: „Wo kommst du denn her und wer bist du?“ Wer hatte da gerade mit ihm gesprochen überlegte der kleine Bär, denn wie er sich auch umsah, er sah niemanden. Doch da piepste schon wieder diese fragende Stimme. ‚Nun muss ich mir die Sache doch mal genauer ansehen‘, nahm  er sich vor. Brummel erhob sich und untersuchte sein Umfeld. „Hier sind wir, hier!“ Brummel schaute in das kleine Loch, auf dem er eben noch gesessen hatte. ‚Von dort sollte die Stimme kommen? ‘ In dem Moment sah auch schon ein kleines graues Köpfchen aus einem Erdloch. „Man sieht du hast keine Ahnung! Hast noch nicht viel erlebt, sonst wüstest du, dass wir Mäuse in in der Erde unsere Wohnung haben. Aber nun sag schon, wer bist du und wo kommst du her?“ „Ich bin Brummel, ein kleiner Kuschelbär. Susanne hat mich gestern Abend genäht. Ich bin auf dem Weg in die weite Welt. Nun wird es wohl auch Zeit, dass ich mich auf die Pfoten machen, sonst geht der Tag zur Neige und ich bin immer noch hier.“ „Na dann komm erst mal herein und stärke dich bei uns, wer weiß wann du das nächste Mal wieder etwas zwischen die Zähne bekommst“, schlug Frau Waldmaus vor. „Danke, wenn du meist?! Immerhin habe ich einen weiten Weg vor mir.“ Gerne bediente er sich am gedeckten Tisch um danach frisch gestärkt seine Wanderung anzutreten, immer der Nase nach. ‚Die Waldwege sind ganz schön uneben‘, dachte er oft, wenn er wieder einmal über eine Wurzel stolperte und der Länge nach hinfiel. Manches Mal musste er eine kleine Pause einlagen, weil ihn die Pfoten schmerzten.

„Hei, was bist du denn für ein fetter Happen“, erkundigte sich Meister Reinecke, der vor seinem Bau in der Mittagssonne lag. „Ich bin kein fetter Happen, ich bin Brummel. Und wer bist du?“ „Ich bin der Fuchs, du hast Glück, dass ich gesättigt bin, heute Morgen gab es Hasenbraten. Sonst hätte ich dich nicht so hier vorbei ziehen lassen.“ „Du bist ja ein richtig Böser!“ Brummel nahm die Beine in die Hand und trabte so schnell er konnte weiter. Käfer summten um seinen Kopf und grüßten den kleinen Wandergesellen. Erschöpft ließ er sich auf weichem Moos nieder. Gerade als er die Augen für ein paar Minuten geschlossen hielt um sich zu entspannen, kam Vivien mit ihrer Mutti durch den Wald. Sofort erblickte sie Brummel. „Mutti, Mutti sieh nur, dort sitzt ein kleiner Teddy, den hat bestimmt ein Kind vergessen!“ Schon stürmte das kleine Mädchen auf den Bären zu und hob ihn auf. Brummel wusste zuerst gar nicht wie ihm geschah, ein entrinnen war jedoch unmöglich. „Lass mich runter! Hilfe“, versuchte Brummel sich zu wehren, leider ohne Erfolg denn Vivien verstand ihn nicht und nahm ihn mit nach Hause.

 

Brumm der kleine Teddybär

kommt dort in dem Wald daher.

Vivien hat ihn grad gesehn

will ihn nicht mehr lassen gehn.

Doch der Brummel will noch weiter,

denkt sich seine Welt recht heiter.

Drum schlüpft er aus ihrem Bett

wenn es dort auch ist ganz nett.

'Vielleicht find ich einen Freund,

dass wir können dann vereint

uns die weite Welt besehn',

denkt er und wird weiter gehn.