April, April, ich bin ein Narr

und möchte euch gerne necken.

Geht ihr mal ohne Schirm hinaus,

werd ich mit Regen schrecken.

Ich mag es lustig, kunterbunt,

bin launig und bin heiter.

Von jedem Bruder hab ich was,

in meiner Monatsleiter.

Mal bring ich Eis, mal Graupel gar,

dann lacht die Sonne wieder.

Ich zaus mit Wind durch euer Haar,

und mag doch Frühlingslieder.

 

Ich bin ein lustiger Gesell, das merkt ihr gleich am Ersten. Da darf man sagen was man will, sogar mit Lügen scherzen. Manchmal gibt’s auch das Osterfest, wenn es der März gut mit mir meinte. Auch ich liebe den Frühling und bringe noch weitere Frühlingsblumen mit wie die Osterglocken, die Tulpen oder die Stiefmütterchen. Aber vor allem hab ich den Schalk im Nacken. Jeder meiner Monatsbrüder hat mir einen Gruß da gelassen. So jage ich die Menschen mit Sturmesböen und Regen, wenn gerade zuvor die Sonne gelacht hat. Sehe ich sie dann rennen lache ich mir kringelig. Ja ich weiß, ihr schimpft dann über mich, aber als April darf ich mir das erlauben. Einmal im Jahr muss man auch beim Wetter Spaß verstehen und ich mag Spaß mehr als alles.  Also denkt daran wenn wieder einmal April ist, nehmt lieber den Schirm mit, auch wenn die Sonne lacht, ihr wisst nie wann mich die Lust packt und ich es mir anders überlege. Zuerst einmal will ich euch jedoch ein Märchen erzählen, genau wie meine Brüder.

 

 

„Siehst du wie die Sonne lacht?“ Voll Freude ruft es Katja in den frühen Morgen, als sie die Augen aufschlägt. Ebenso erfreut folgt die Mutti dem Ruf Ihrer Kleinen und kommt an das Bett um Katja einen guten Morgen zu wünschen. „Was, machen wir heute?“ Die Kleine ist voller Ungeduld. Die letzten Tage waren trübe und man konnte kaum aus dem Haus gehen. Schon lange freut sie sich auf einen Ausflug in den Tierpark. Mutti ist jedoch skeptisch. „Wir haben April, der macht was er will“, erinnert sie. „Du siehst doch wie schön das Wetter ist“, Quängelt Katja, die nicht mehr warten möchte auf den ersehnten Ausflug. Endlich gibt die Mutti nach. In der Zeit in der Katja frühstückt bereitet sie die Brote und den Tee vor und packt den Rucksack. Endlich geht es los.

Nach einer kurzen Fahrt mit der Straßenbahn erreichen die beiden den Tierpark. Am Eingang werden von den Papageien begrüßt, mit denen das Mädchen sich erst einmal ein wenig unterhält. Dann geht es weiter zu den Erdmännchen, die immer eine Menge Besucher anziehen. Die Sonne lacht vom Himmel und Katje jubelt und springt vor Freude von einem Gehege zum anderen. Als sie kurz vor dem Affengehege sind wird es plötzlich finster. Mit Siebenmeilenstiefeln war eine dicke Regenwolke aufgezogen. Es beginnt zu tröpfeln und gerade noch zur rechten Zeit können sich die Beiden ins Affenhaus retten, bevor der Regen los geht. Mit der Sonnen ist auch Katjas schöne Stimmung geschwunden. Ihr ist kalt und sie mault, das es gar nicht mehr so schön ist und das sie nach Hause will. ‚So etwas habe ich erwartet‘, denkt sich die Mutter und versucht ihr Mädchen als der Regenguß vorüber ist noch ein wenig zu motivieren aber Katjas gute Laune ist dahin.

Auf einmal ruft der Kuckuck und es klingt fast wie „April, April“. Jetzt muss die Kleine wider lachen und sie denkt an Muttis Worte. Kurz bevor sie den Ausgang erreichen hat sie es sich anders überlegt und fragt: „Gehen wir noch zu den Giraffen?“ Nun wird es doch noch ein schöner Tag auch wenn der April seinem Namen alle Ehre macht und Sonnen und Regen im Wechsel schickt.