Kinderträume, Sommerzeit

Nächte werden kürzer.

Der Sommer klopft schon an die Tür,

der Juni stellt sich ein.

Es summt und surrt, es schwirrt und tanzt,

im hellen Sonnenschein.

Ein jedes Tierlein ist vergnügt,

wer ist schon gern allein.

 

Endlich ist es Sommer! Ja ich bringe euch den Sommer, die Nächte werden zusehends kürzer. Seht ihr die Nachtgeister ziehen, wie die Elfen ihre fröhlichen Tänze vollführen? Die Sommernächte sind die schönsten des Jahres. Wir können noch am Abend durch Wiesen und Felder bummeln und uns der Natur erfreuen. Längst sind alle Käfer erwacht und bringen ihre schönsten Ständchen, wenn du verstehst zuzuhören. Die Vögel singen bis in den späten Abend und wem das immer noch nicht genügt, der lauscht einem Froschkonzert. Ein Märchen zum Träumen möchte ich euch erzählen.

 

Sweety auf Entdeckungstour

 

Langsam zog die Dämmerung über Wiesen und Wälder. Sweety, ein kleines Glühwürmchen zündete sein Laternchen an. Jeden Abend wenn es dunkelte, flogen die kleinen Käferchen über ihre Wiese. Wer sie sah, rief glücklich aus: „Schau ein Glühwürmchen." Doch schon bald war es Sweety zu langweilig jeden Abend die gleiche Strecke zu fliegen. ‚Da muss es doch noch mehr zum entdecken geben, dort wo unsere Wiese endet, kann nicht das Ende der Welt sein’, dachte der Kleine. So nahm er sich vor, heimlich, still und leise am Abend seinen eigenen Weg zu fliegen. Zuerst sah er sich den dunklen Wald an, der an die Wiese grenzte. ‚Hier strahlt mein Laternchen noch viel heller. Oh wie schön!’ jubelteSweety.     „Welch ein fetter Happen kommt da noch als Nachtmahl angeschwebt“, sprach der Dompfaff zu seiner Frau und machte sich auf, ihn zu erhaschen. Gerade noch rechtzeitig erkannte der kleine Käfer die Gefahr. Knipste sein Laternchen aus und versteckte sich unter einem Blatt. Als der Dompfaff erkannte, dass ihm sein Abendbrot entflogen war, kehrte er mürrisch zu seiner Frau zurück.

Sweety verließ schnell die ungastliche Stätte. In der Ferne sah er einen hellen Schein. ‚Dort bin ich richtig’, meinte der Kleine. ‚Sicher treffen sich dort meine Freunde.’ Als er näher kam, erkannte Sweety, dass es ein Feuer war. Viele Kinder saßen um ein Lagerfeuer und sangen. „Mach das du fort kommst, solange du noch kannst“, rief ihm ein Nachtfalter zu, der ihm gerade über den Weg flog. „Wenn dich die Kinder sehen, fangen sie dich ein und stecken dich in ein Glas." Schnell änderte der kleine Käfer seine Flugrichtung. Nein in ein Glas wollte er nicht, er liebte die Freiheit.

‚Dort zu dem See werde ich fliegen’, nahm  sich Sweety vor. Von weitem vernahm er ein seltsames Geräusch, das immer lauter wurde, je näher er kam. Schon schwebte er über dem See. „Wer seid ihr, dass ihr solchen Lärm macht?“ wollte der kleine Käfer wissen. „Schau her, dieses Würmchen kennt uns nicht“ rief Quaqu seinen Freunden zu. „Du kannst mich kennen lernen, quack – quack“, lachte der Frosch. „Setz dich hier auf meine Zunge und ich werde dich genießen, wenn du zu meinem Magen hinab gleitest. Ha, ha, ha." Dröhnend klang sein Lachen in die Dunkelheit. So schnell war Sweety noch nie geflogen. Sein Herz hämmerte immer noch als er seine Wiese erreichte. ‚Ab heute bleibe ich bei meinen Freunden’, nahm sich Sweety vor und flog noch eine Runde über die Wiese, bevor er sich zur Ruhe begab. ‚Oh wie schön ist es doch hier’, dachte er vor dem einschlafen.

© ChT