Sommerhitze, stille Rast,

an des Waldes schatt´gem Hügel,

Urlaubszeit ist angesagt,

kaum sich einer jetzt noch plagt.

Mancher freut sich jetzt am See,

hat die Zelte aufgeschlagen,

Lagerfeuer lodern hell,

abends gehen wir noch baden.

Ferienzeit ist Reisezeit,

viele zieht es in die Ferne.

Kehren wir nach Haus zurück.

dann berichten wir noch gerne.

 

"Hallo, Ich bin der Juli. Mit mir ist die Hochsommerzeit gekommen. Manch einer ist froh, jetzt noch ein schattiges Plätzchen zu finden, denn ich bringe Hitze pur. Wenn es dann ganz unerträglich ist, lasse ich auch mal den Regen prasseln und sorge für ein prächtiges Gewitter. Danach gibt es wieder etwas Abkühlung. Der Bauer bringt sein erstes Heu in die Scheune, weil die Sonne das Gras gut trocknet. Das Vogelkonzert am frühen Morgen ist verstummt, die Jungen sind bereits flügge geworden.

Wer einen ausgiebigen Spaziergang im Wald unternimmt, kann gleich Pfifferlinge suchen und das Abendbrot, auf diese Art, mit nach Hause bringen. Aber auch Blaubeeren und Himbeeren gedeihen prächtig unter meinem Regiment. Ich decke den Tisch mit den leckersten Früchten. Auch liebe ich leichte Kleidung, zart wie ein Hauch. Wenn Frauen und Mädchen bunt geschmückte Kleider und Strohhüte  tragen, sehen sie selbst wie Sommerblumen aus.  In den Wiesen könnt ihr jetzt die schönsten Blumensträuße pflücken und braucht keinen Gärtner dafür. Ihr wartet auf eine Geschichte? Hier kommt sie:

 

 

 

Urlaub zu Dritt

 

Frau Amsel blinzelte in den jungen Morgen und sah sich nach allen Seiten  um. 'Nichts Neues', stellte sie fest. ‚Immer das Gleiche. Die Kinder sind längst flügge, jeder geht seiner Wege und tut was ihm gefällt, und ich sitze immer auf derselben Stelle. Mein Wald, meine Wiese, das wars.' Schon lange hatte sie auf ihren Flügen zwischen der Stadt und dem Park die Menschen beobachtet, wie sie alljährlich im Sommer in den Urlaub fahren. Erholt und gut gelaunt kehren sie zurück. Das möchte ich auch, hatte sie sich schon lange vorgenommen. Jetzt wo der Sommer auf seinen Höhepunkt zusteuerte, würde sie endlich, nach Jahren ihr Vorhaben wahr machen und sich ihren Traum erfüllen.

Noch einmal dreht sie eine Runde über der Wiese. Auf der alten Kastanie traf sie Frau Blaumeise und erzählte ihr von  ihrem Plan. „Das ist eine gute Idee", tat diese kund. "Da komme ich mit." "Oh, wie schön", freute sich Frau Amsel, „so wird es gleich viel amüsanter." Beide verabredeten sich am nächsten Morgen in aller Frühe bei Sonnenaufgang aufzubrechen. 

Weiter flog Frau Amsel und traf auf der Birke den Grünfink und erzählte auch ihm ihren Plan. „Da bin ich dabei", flötete der Grünfink gut gelaunt.

So trafen sich Amsel, Blaumeise und Grünfink am nächsten Morgen zu einem gemeinsamen Ausflug. Zu Dritt wollten sie die Welt erkunden. Die erste Rast legte sie am Dorfteich ein. Gönnten sich ein reichlichen Mahl an Mücken und Larven, unterhielten sich mit dem Teichfrosch, der es sehr bedauerte, dass er nicht fliegen kann, und starteten nach einer ausgiebigen Pause um weiter zu reisen. Erst am Abend machten sie im Tannenwald Halt um ein Nachtquartier zu suchen. Auch hier schlossen sie schnell Freundschaft. Frau Amsel unterhielt sich mit Herrn Igel, als sie ihn auf der Suche nach einem fetten Wurm am Waldboden traf. Blaumeise und Grünfink suchten in luftiger Höhe nach Nahrung. Auf einer alten Kiefer schlugen sie ihr Nachtquartier auf.

Am nächsten Morgen ging der Flug gut gestärkt weiter. Sie kamen an einen Zeltplatz, auf dem mehr als genug Nahrung zu finden war, nahmen ein Bad am Seeufer und sangen ein Lied der Freude in den Wipfeln der Linde.

Als sie nach einer Woche wieder in ihren Wald heimkehrten, stellten sie fest, dass es auch hier recht schön sei  und konnten jetzt so manches Neue in ihrer Heimat entdecken. „Ganz so langweilig wie wir dachten, ist es hier doch nicht", stellte Frau Blaumeise erfreut fest und die beiden Freunde stimmten ihr zu. © ChT