Wieder ein neues Jahr! Das wievielte es für mich ist, weiß ich gar nicht mehr so genau. Sind es nun 286 oder 349 Jahre? Ist ja auch egal. Bis jetzt fühle ich mich jugendlich und frisch. Ich genieße die vier Jahreszeiten und erfreu mich an ihnen. Einen Winter wie diesen hatten wir lange nicht. Der Schnee liegt meterhoch. Für uns Zwerge heißt dies,  in unseren Wurzelhöhlen zu bleiben, sonst könnte es geschehen, dass wir vom Schnee verschüttet werden. In unseren Wurzelhöhlen herrscht immer eine gleichbleibende Temperatur. Egal ob Sommer oder Winter, in unserem unterirdischen Reich spüren wir das nicht so genau. Darum verlassen wir ja auch ab und zu gerne unsere Höhlen um uns am Lauf der Jahreszeiten zu erfreuen.

Stellt euch vor, in diesem schneereichen Winter, in dem jeder Zwerg nur die Nasenspitze aus seinem unterirdischen Reich hervor streckt, stellten wir plötzlich fest, das Purzel fehlte. Wir suchten ihn in allen Ecken, aber er blieb verschwunden. Traurig sah einer den anderen an. Auch wenn wir gerne auf Suche nach dem Kleinen gegangen wären, denn Purzel war der Jüngste von uns, mit seinen 124 Jahren, so blieb uns doch nichts anderes übrig als uns den Witterungsverhältnissen zu ergeben, wenn wir nicht noch mehr von uns gefährden wollten. Da plötzlich , als wir alle recht betrübt herum liefen und über den Leichtsinn Purzels diskutierten, kratzte es an unserem Eingang. Tapsy, unser Ältester ging nachschauen, was das wohl sei. Als er den Eingang erreichte fiel ihm Purzel direkt vor die Füße. "Habe ich gefunden", knurrte Meister Reinicke.  "Passt nächstens besser auf eure Kinder auf", setzte er noch hinzu und weg war er schon wieder. Als Tapsy sich noch bei dem Fuchs bedanken wollte, war er schon nicht mehr zu sehen, nur seine Spuren im Schnee zeugten von seiner Anwesenheit.

Nun hieß es Purzel wieder durchzuwärmen. Wir rubbelten ihn warm, gaben ihm Blütennektar mit Honig, damit er sich wieder durchwärmen konnte. Wie froh waren wir doch über den guten Ausgang und ließen bei heißem Holunderpunsch den Abend ausklingen.